Arbeit im Allgemeinen und speziell Innovationen sind immer Team-Arbeit. Die Welt wird immer komplexer und vielschichtiger, als das ein Einzelner nur sich heraus Innovationen zustande bringt. Denn von der Idee bis zur Innovation ist es ein weiter weg: Schließlich muss aus einem zarten Gedanken etwas geschaffen werden, was wirklich neu, nützlich und real wird. Und im besten Fall etwas, für das der Kunde zahlt.

Also: Alleine geht es nicht. Wie aber ist ein Team dann aufzustellen, so dass Innovationen gefördert werden?

Gerade beim Design Thinking wird hier von T-Shaped People gesprochen. Das bedeutet, dass jeder im Team eine tiefgehende Spezialisierung hat (z. B. in Programmierung, Nutzerdesign, Finanzen, Produktmanagement) und zusätzlich eine breite Kenntnis in anderen Gebieten.

Auch beim Design Thinking werden Leute zu Teams zusammengestellt, die aus den folgenden drei „Kategorien“ stammen:

  • Pioniere
  • Siedler
  • Stadtplaner

Was hat es damit auf sich?

Der Pionier fühlt sich wohl, wenn es unsicher zugeht, die große Zukunft blüht, wenn er Experimentieren (und dabei auch Scheitern darf), wenn Kundennutzen erst mal im Hintergrund steht und gar nicht klar ist, ob es überhaupt einen Markt gibt.

Der Siedler mag Märkte, die am Wachsen sind, Produkte mit einem gewissen Reifegrad, die stückweite Verbesserung des Bestehenden, im engen Austausch mit Kunden zu sein und Feedback zu bekommen.

Der Stadtplaner ist in seinem Element, wenn die Dinge wohl definiert, stabil und standardisiert sind, wenn die Märkte schon gut durchdrungen und Entscheidungen auf Basis guter Analysen getroffen werden.

Quelle: Wardley – The Pioneer, Settles and TownPlanners

Und was ist nun gut für ein Innovations-Team? Nur Pioniere, nur Siedler oder Stadtplaner? Von jedem etwas! Denn gerade Meinungen und Ansichten, die eher weit auseinander liegen, führen zu besseren Ideen und Innovationen. Diversität ist wichtig, damit möglichst viele Aspekte mit einbezogen werden und die Innovation letztendlich ein wirkliches Problem löst.

In eine ähnliche Richtung geht das Four Sight Prinzip. Hier wird unterschieden zwischen:

  • Klärern (die viel untersuchen, Fragen stellen, ein tiefes Verständnis aufbauen)
  • Ideengebern (die im Großen denken, sehr viele und ungewöhnliche Ideen haben, spielerisch an die Dinge rangehen)
  • Entwicklern (die erste Ansätze weiter optimieren, die pragmatische Umsetzungen vorantreiben und eher bodenständig sind)
  • Umsetzern (die rasch Dinge auf die Straße bringen, testen und selbstbewusst Projekte voranbringen)

Quelle: Four Sight

Ein bewusstes Schauen und Auswählen hinsichtlich Heterogenität ist also notwendig, wenn ein Innovationsteam oder Teilnehmer für einen Workshop zusammengestellt werden.

Gerade Genossenschaftsbanken können tolle Ergebnisse erzielen, wenn Kunden oder gar Nichtkunden in Innovationsaktivitäten mit einbezogen werden. Denn was einer nicht innoviert, innovieren viele.

About the author

Carsten Rhinow(http://www.adgonline.de) - Mein Name ist Carsten Rhinow und ich bin bei der Akademie Deutscher Genossenschaften als Spezialist für Digitale Medien & Lerninnovationen tätig. Ich beschäftige mich intensiv mit der Frage, wie das Lernen/Lehren, die Personal- und die Organisationsentwicklung in Zukunft stattfinden wird. Neben den neuen technischen Möglichkeiten in diesen Bereichen interessiert mich vor allem die Frage, wie Organisationen so agil gestaltet werden können, dass diese sich mit allen Mitarbeitern flexibel an eine sehr dynamische und komplexe Umwelt anpassen zu können.

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